Diabetes-Sau grätscht rücksichtslos ins Weihnachts-Shopping

Ok, bevor ich hier jetzt alles der Diabetes-Sau in die Schuhe schiebe, muss ich mir auch ein wenig selber an die Nase fassen, denn so ganz unschuldig bin ich an dem komplett vermasselten Shopping-Samstag nicht. Aber mal von vorn…

Die Zeit steh ja im Moment nicht wirklich auf meiner Seite, und so hänge ich mit dem X-Mas Shopping ziemlich hinten dran. Ok, ich hab noch gar nicht angefangen. Am Samstag bot sich mir nun endlich mal ein paar Stunden Zeitfenster, um zumindest mal ein paar Kleinigkeiten zu besorgen.

Was man nicht im Kopf hat…

Ich also früh raus aus den Federn, messen, duschen, in Hamburgdie Schuhe, alles schnell schnell. Ab zur U-Bahn und rein in die Hamburger City. Ich wollte vor dem großen Ansturm da sein und so schnell wie möglich wieder nach Haus. Ich war mir allerdings sicher, dass ich etwas vergessen hatte. Das beschäftigte mich die ganze Bahnfahrt. Ohne Ergebnis. Später beim Einkaufen lief es dann auch nicht wirklich nach Plan. Das was ich wollte gab es nicht, war ausverkauft oder musste erst noch erfunden werden. Frust. Runde Füße. Leere Tüten. Also beschloss ich erstmal eine Pause einzulegen. In der Schanze immer gern bei meinem Lieblings Suppen Dealer. Ich entschied mich für das scharfe Hühner Curry. Wie immer lecker. Pi mal Daumen 2 BE. Bolus und fertig. Von der Schanze machte ich mich auf in Richtung Innenstadt und stieg extra schon bei den Landungsbrücken aus, um ein wenig Sonne zu tanken und das Treiben auf der Elbe zu beobachten. Herrlich. Entspannung. Läuft!

Haste kein Insulin, haste Probleme

Doch dann: Piiiiiiiiiiiieeeeeeeep Piiiiiiiiiiieeeeeeeep! „Keine Abgabe“. Die Medtronic Pumpis unter euch wissen was das heisst: Ampulle leer. Ne nä?
Schnell Ersatzampulle rausgefriemelt aus der noch leeren Einkaufstasche….Stop. Ersatzampulle? Mööööp! Nicht dabei. Wunderbar, mein gesamtes „Notfall-Kit“ lag vermutlich immer noch da, wo ich es am Morgen hingelegt hatte mit samt dem Notfall-Pen. Bingo.
Naja, 2 Stunden ohne Insulin würde schon klappen habe ich mir gedacht. Blutzucker 130mg/dl. Passt. Schließlich hatte ich noch den Mittagsbolus intus, ich würde noch einiges an Strecke zurück legen und beim Einkaufen rutsche ich eh meist in eine Hypo. Also verliess ich mein sonniges Plätzchen an der Elbe und pilgerte weiter Richtung Weihnachts-Chaos. Nach ungefähr 45 Minuten meldete sich mein CGM Sensor mit einem Hoch Alarm und 2 senkrechten Pfeilen nach oben (stark ansteigend). Den Alarm habe ich zur Zeit bei 180mg/dl eingestellt. Hm…seltsam. Wird sicher noch das Essen sein dachte ich mir und schenkte dem Wert erstmal keine weitere Beachtung. Ungefähr 45 weitere Minuten später, ich drängelte mich gerade an einer Dame mit Turmfrisur vorbei, merkte ich plötzlich ein deutliches Unwohlsein. Leichte Übelkeit.

Hallo Keto

Der Blick aufs CGM brachte die Erklärung. Blutzucker 340mg/dl, immer noch steigend. Shit. Das war also die anscheinend überaus freundliche Art der Diabetes-Sau mal „Guten Tag“ zu sagen. Ab diesem Zeitpunkt stoppte ich den Gedanken an noch fehlenden Weihnachtsgeschenke und entschied mich für den Heimweg. Dieser erwies sich allerdings länger als geplant durch diese Menschenmassen. Endlich an der U-Bahn angekommen, fühlte ich mich extrem ausgetrocknet und hätte jedem Vorbeikommenden am liebsten das Getränk aus der Hand gerissen. Ich kaufte mir schnell noch eine Flasche Wasser, die ich hastig leerte, und noch eine weitere für die Fahrt. Mein CGM zeigte mittlerweile nur noch HOCH an (Blutzucker über 400mg/dl). Mir war hundeelend und bei der einen oder anderen U-Banh Station dachte ich, ich müsse aussteigen und direkt auf den Bahnsteig kotzen. Himmel, sowas hatte ich in der Art erst 1x erlebt.

Bin weder Roboter noch Superheld

Warum mein Blutzucker trotz so viel Bewegung und der relativ kurzen insulinfreien Zeit so dermassen in die Höhe

Flash schoss, kann ich mir nicht so ganz erklären. Meine Vermutung ist die Kombination aus Insulinmangel und einer Verschätzung der Kohlenhydrate. Mit Kokosmilch hatte ich ja schon das ein oder andere Mal Probleme und im Curry war definitv welche drin. Zu Hause angekommen, gab es erstmal eine ordentliche Korrektur und glücklicherweise hat Madame Wichtig, aka Diabetes Sau hat sich auch ganz brav wieder in ihre Ecke verkrochen und den Rest des Tages kleinlaut geschwiegen. Trotzdem war ich ziemlich sauer, dass mir das Grunzgetier den Einkauf vermiest hat und ich nun immer noch fast geschenkelos bin. Auf der anderen Seite war es ja ein wenig meine Schuld. Ich hätte beim „Ampulle fast leer“ Alarm ja schon mal früher reagieren, bzw. meine Tasche vor dem Aufbruch noch mal checken können, ob alles drin ist. Naja, shit happens. Wir sind ja schließlich keine Roboter…

Diabetes steht nicht auf meinem Wunschzettel

Habt ihr schon euren Wunschzettel für den Weihnachtsmann geschrieben? Um ehrlich zu sein, ich hab immer noch so viel um die Ohren, dass ich noch nicht mal einen einzigen Gedanken daran verschwendet konnte, was ich vielleicht gebrauchen könnte. Auch wenn Mutti und Schwester mir schon länger in den Ohren liegen. Ich weiss NIX. Was ich aber auf jeden Fall weiss, ich will nichts haben was in irgendeiner Weise mit Diabetes zu tun hat.
Um ehrlich zu sein regen mich diese ganzen Werbeanzeigen ziemlich auf, in denen Diabetes-Artikel speziell für Weihnachten angepriesen werden. Sei es ein Buch, Therapiezubehör oder, Achtung jetzt kommt das Hasswort: Diabetiker-Socken. Ja, am besten gleich im 5er-Pack. Und die Diät Schokolade bitte nicht vergessen.
Kürzlich stieß ich auf eine Anzeige eines Kleidungsherstellers, der Klamotten mit eingenähten Pumpentaschen anbietet. Ansich ist an dem ja nichts auszusetzen, aber der Text in der Anzeige hat mich fast ein wenig wütend gemacht:
“Das ideale Weihnachts-Geschenk für ihr Kind. Die neue Unterwäsche-Kollektion mit eingenähten Pumpentaschen”
WOW, ich wäre als Kind vermutlich außer mir gewesen vor Freude, und wäre direkt in selbiger Unterwäsche rückwärts um den Tannenbaum getanzt. NICHT!
Ich denke Unterwäsche, in der man seine Insulinpumpe verstauen kann, gehört nicht unbedingt zu den Dingen, die man sich als Kind vom Weihnachtsmann wünscht.
Allerdings verstehe ich aber auch Leute, die sich zum Beispiel Sensoren oder Ähnliches wünschen. Der Kram ist wirklich schweineteuer und kaum jemand bekommt sie durch die Kasse genehmigt. Dennoch bin ich der Meinung, wer sich Weihnachten beschenken lässt, oder vor hat zu schenken, sollte Geschenke vorziehen, die nichts mit der Krankheit zu tun haben. Diabetes begleitet uns Tag täglich, muss ich da an Weihnachten noch mal extra dran erinnert werden? Ne, wenn schon Geschenke, dann doch lieber was für einen persönlich und nicht für die olle Diabetes-Sau.

Im letzten Jahr hat den Hund den Baum umgerissen. Bekomme ich Diabetes-Kram, werde ich diesmal den Job übernehmen.

Weihnachtsbaum

Oh man, schon wieder Advent

Ein kurzer Wochenrückblick. Habe ich ja schon lang nicht mehr gemacht. Die Zeit…ihr wisst ja.
Aber als aller erstes wünsche ich euch Zuckerrüben erst einmal einen lauschigen 1. Advent. Man wie die Zeit vergeht. Ich hab das Gefühl gestern erst wäre Weihnachten gewesen. Und ich ich hab in diesem Jahr tatsächlich noch nicht einen einzigen Keks gebacken. Und dabei wird es denke ich auch bleiben.

1.Advent

Geatmet: Frische Seeluft. Mal wieder. Und die Blutzuckerwerte? Ihr könnt es euch denken. Die Marzipanwaffel, die es nach dem Ostsee-Spaziergang gab, bedurfte nur die Hälfte des normalen Bolus. Ich glaube ich brauche ein Haus am Meer!

Gefreut: Über meinen neuen Dexcom Receiver. Mein alter war defekt. Da ich Gott sei Dank noch in der Garantie Zeit war, gab es ohne Probleme Ersatz. An dieser Stelle DANKE an Nintamed für den super fixen Austausch.

Gesehen: Mal wieder eine Zahnarzt-Praxis von innen. 2 Wochen nach dem Knochenaufbau hat sich die Stelle leider entzündet und ich sah wieder aus wie eine Kreuzung zwischen Hamster und Kugelfisch. Also alles wieder auf und ne Dröhnung Antibiotikum gabs obendrauf. Verträgt sich diesmal irgendwie nicht so dolle mit dem Blutzucker. Naja, ich lass die Zuckerrübe nicht hängen. Wird schon wieder.

So war das

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