Auch neue Bauchspeicheldrüse verweigert Dienst

Und wieder ein Jahr gealtert und mit mir die Diabetes-Sau. Die Idee meiner Schwester mir in diesem Jahr zum Geburtstag eine neue Bauchspeicheldrüse zu schenken, fand ich dufte. Gelb ist sie. Weich und schrumpelig. Also die Bauchspeicheldrüse meine ich. Ob die funktioniert? Aber natürlich! Naja, zumindest tat sie das an meinem Geburtstag, an dem die Blutzucker-Werte trotz Torte (ja, es war Nutella drin) und zuckersüßen Whoopie Pies ziemlich bombe waren.Im Nachhinein vermute ich allerdings, dass die Diabetes-Sau gnädigerweise an diesem Tag einfach nur nett sein wollte. Quasi ihr Geburtstags-Geschenk an mich. Wie aufmerksam. Und die Bauchspeicheldrüse? Verweigert leider vehement die Arbeit. Kommt also ins Organ-Lager. Dort liegt schon eine kleine blaue Schwester von ihr und beide werden nun bekuschelt. Habe die Arbeitsverweigerer aber eigentlich nicht verdient.

Plüsch Pancreas macht super Blutzuckerwerte

Torte und so

Die Wassermelone – Fiesling auf dem Obstteller

Meloni Meloni…, so pries der Obsthändler seine Früchte damals beim jährlichen Familienurlaub am Gardasee immer an, wenn er mit seinem Verkaufs-Wagen über den Camping Platz staubte, um seine dicken Dinger unter die Ferien-Gäste zu bringen. Meloni Meloni! Von wegen. So eine Wassermelone hat es nämlich faustdick hinter den Ohren, besonders was ihre Auswirkung auf den Blutzucker betrifft.
Das Wasser im Namen ist trügerisch. Ein Stückchen mal so eben nebenbei, und der Blutzucker knattert steil nach oben. Die Melone wirkt bei mir fast wie Traubenzucker.

Der Grund dafür ist der Glykämische Index, kurz GI. Der GI eines Lebensmittels sagt aus, wie schnell die verdrückten Kohlenhydrate verarbeitet werden. Je höher der GI, desto schneller werden die Kohlenhydrate aus der Nahrung in Zucker aufgespalten und lassen den Blutzucker ansteigen. Traubenzucker hat logischerweise einen GI von 100. Die Melone hat 70. Ungefähr so wie Honig.

Da wäre ABER noch die glykämische Last:

„Der GI-Wert bezieht sich immer auf 50 Gramm Kohlenhydrate in einem Lebensmittel. Wassermelonen haben beispielsweise einen sehr hohen GI von 70. Allerdings besteht eine Melone zum Großteil aus Wasser und nur wenig Kohlenhydraten (Beispiel: 130 Gramm Wassermelone enthalten nur elf Gramm Kohlenhydrate). Um 50 Gramm Kohlenhydrate aufzunehmen, müsste man etwa 0,6 kg Melone essen.
Um besonders den letzten Punkt – also den Kohlenhydratgehalt eines Lebensmittels – zu berücksichtigen, wurde der Begriff “Glykämische Last” (GL) eingeführt. Auch er gibt die glykämische Wirkung von Lebensmitteln an – aber nicht bezogen auf 50 Gramm enthaltener Kohlenhydrate, sondern auf 100 Gramm des gesamten Lebensmittels.
Berechnet wird die GL, indem man den GI durch 100 dividiert und das Ergebnis mit der verwertbaren Kohlenhydratmenge (in 100 g Lebensmittel) multipliziert.“ Beispiel: Die Glykämische Last der Wassermelone liegt nur bei etwa 6…“ Quelle: Netdoktor

Ich habe eine Wassermelone getragen

Hm, also doch nicht so bedenklich die Melone? Bei mir ballert sie auf jeden Fall ordentlich rein. Glykämische Last hin oder her. Ne Last wirds für den Blutzucker auf jeden Fall bei mir.

Mein Diabetes scheint eh seinen eigenen Kopf zu haben und schert sich rein gar nicht darum, was irgendwo geschrieben steht. Nutella zum Beispiel. Ordentlich fettig und bräuchte laut Lehrbuch ziemlich lange, bis sie im Blut ankommt. Pustekuchen. Nutella ist mein Hypo-Helfer Nummer 1. Ein oder zwei Löffel von dem Zeug und innerhalb kurzer Zeit ist alles wieder paletti. Nutella sein Dank.
Und sowieso, in der Theorie mag ja einiges funktionieren, in der Praxis sind wir aber alle keine Maschinen und genau deshalb funktioniert der Diabetes auch nicht bei jedem gleich. Regelwerke bringen mir recht wenig, wenn der mein Körper seine eigenen Regeln macht.

Zurück zum GI. Der gilt übrigens immer nur für das Lebensmittel an sich. Also zum Beispiel nicht für eine ganze Mahlzeit. Heisst, tauche ich meine Melone in flüssige Schokolade, sieht die Sache schon wider ganz anders aus. Was aber nicht unbedingt eine schlechte Alternative zur puren Melone wäre… ;)

 

Die Zukunft gehört mir – Camp D 2014

Eine Rennkoppel, 111.000 Quadratmeter, 400 Zelte und rund 500 junge Diabetiker. In diesem Jahr war es wieder soweit, und das Camp D in Bad Segeberg (ja, Segeberg hat mehr zu bieten als Winetou und seinen Kalkberg) ging in die 4. Runde.
Wir durften bereits 2011 dabei sein, was leider ein ungeplantes vorzeitiges Ende nahm. Umso mehr freuten wir uns auf dieses Jahr.

© Foto Ilka G./mein-diabetes-blog.com

Am Freitag begann es für uns, weiteren Diabetes-Bloggern aus der #doc und Pressevertretern, mit einer Pressekonferenz unter der Moderation von Prof. Dr. Michael Höcker, Leiter Clinical, Medical & Regulatory Novo Nordisk. Das Camp D ist einzigartig und Europas größtes Diabetes Camp für junge Menschen (16-25 Jahre) mit Diabetes.
Nach einer kurzen Führung über das Camp Gelände hieß es für uns Leinen los. Also mischten wir uns unter die Menge, um selber Camp Luft zu schnuppern, an Workshops teilzunehmen, mit Teilnehmern ins Gespräch zu kommen und um einfach die tolle Atmosphäre zu genießen.
Für alle Teilnehmer gab es ein abwechslungsreiches Programm. Der Freitag bestand aus Workshops zu verschiedenen Themen rund um den Diabetes. Samstag war Bewegung angesagt. Zum Beispiel Kickboxen mit Anja, Tricking mit Ralph, Fußball mit Ulrike Thurm und Felix Petermann den wir kürzlich in Berlin kennenlernten, Stand up Paddling mit Bastian und Bolle, Volleyball, Yoga…

Wer keinen Bock auf Sport hatte, konnte zusammen mit Ole Plogstedt kochen, einen Filmworkshop bei Matthias Steiner besuchen, oder eine Rallye durch Bad Segeberg machen. Auch die Jungs von ERIN waren wieder da, um in einem Musik-Workshop zusammen mit singbegeisterten Teilnehmern den Camp D Song einzustudieren, der am Sonntag auf der Abschlussveranstaltung präsentiert wurde.
Soviel zum Programm. Sehr beeindruckend war für mich aber mehr das ganze Drumherum. Also das, was ich zwischendurch und nebenher beobachten oder in Gesprächen erfahren konnte.
Beeindruckend sind Geschichten wie die eines Teilnehmers, der nach Ankunft seine Sachen niederlegte, sich umschaute und mit Tränen in den Augen sagte: „Und die haben hier alle das gleiche wie ich“, wie mir eine Diabetes-Beraterin erzählte. Gänsehaut!

Camp D - Sportler und einer zum anquatschen Camp D

Austausch ist nicht immer selbstverständlich

Austausch miteinander und Freundschaften schließen steht im Mittelpunkt vom Camp D. Durchs Bloggen und meinen Job habe ich bereits einen Haufen Diabetiker kennengelernt und treffe sie auch regelmäßig persönlich. Für viele Camp Teilnehmer ist der persönliche Austausch mit anderen Diabetikern aber eine absolute Seltenheit und ein paar erzählten mir, außerhalb vom Camp D noch nie einen anderen Diabetiker getroffen zu haben. 4 von 5 Teilnehmern geben nach dem Camp übrigens an, ein stärkeres Selbstbewusstsein bekommen zu haben.
Das Camp D findet alle 3 Jahre statt. Das Bedürfnis nach einem regelmäßigen persönlichen Austausch und einem Camp in kürzeren Abständen ist aber definitiv vorhanden, wie ich es aus vielen Gesprächen mitnehmen konnte. Verständlich. Sich online auszutauschen ist eine Sache, sich persönlich zu treffen noch einmal eine ganz andere.

Camp D 2014

Kohlenhydrate tanken

Balisto Overload

Wie schon 2011 war die Organisation des ganzen Camps hervorragend und nicht minder beeindruckend. Verlaufen war so gut wie unmöglich, denn überall standen Wegweiser. Getränkestationen waren über das ganze Gelände verteilt. Sowohl mit zuckerfreien, als auch gezuckerten Getränken. Selbstverständlich mit BE und KE Angabe.
Für kleine Snacks und und genügend Kohlenhydrtae zwischendurch war auch gesorgt. 4 große Kühlschränke standen für alle zugänglich bereit und boten Sandwiches, Joghurts, Obst, und Schokoriegel. Vermutlich können die meisten aber jetzt erstmal kein Balisto mehr sehen… ;). Wer Fragen oder Probleme hatte oder Hilfe brauchte, konnte sich jeder Zeit an Ärzte, Berater und Betreuer wenden. Betreuer waren an den blauen Shirts zu erkennen, Ärzte, Psychologen und Berater trugen die roten „Quatsch mich an“ Shirts.
Für viele sicherlich auch neu und ungewohnt, mit Ärzten und Beratern per Du sein.
Wer ein wenig Ruhe brauchte, der konnte sich in die Lounge Zelte zurückziehen, von denen ein paar auf dem Gelände verteilt waren.

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Camp D -Find your Way
Ich persönlich habe mich gefreut einmal wieder Andreas May von „Laufen mit Diabetes“ zu treffen, der mit Simon Strobel (Team Novo Nordisk) zusammen die Rad Tour am Sporttag leitete.
Andreas, Ulrike…vielen Dank für die Basal Tipps. Ich bin gespannt ob es funktioniert. Und Danke an Anja für den „Stern“ ;).
Und natürlich ein riesen Dankeschön an das gesamte Camp D Team und Novo Nordisk, dass wir dabei sein durften.
In diesem Sinne:

Let´s find a way together
You´re not alone in this world
We are changing diabetes

©ERIN

Mehr Fotos vom Camp D gibt es hier.

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