Zähne sind voll die Minus-Kumpels

Rückblick

Die letzte Woche lief mehr schlecht als recht. Naja, ich will nicht jammern. Die kommende Woche wird mit Sicherheit besser. Sagt man zumindest vom Wetter.

Gelitten: Zahn OP. Zähne sind nicht meine Freunde. Seit ein paar Jahren machen mir besonders die Wurzeln immer wieder Probleme. 2 der problematischen Gessellen mussten nun endgültig entfernt werden. Beide waren bereits wurzelbahandelt, und wurden gefühlte 20x immer wieder aufgemacht, weil sie trotz entferntem Nerv einfach keine Ruhe gegeben haben. Dadurch wurde die eigentliche Zahnsubstanz immer weniger, bis einfach nix mehr zu machen war. “Hohler Zahn”Z bekommt in diesem Zusammenhabg eine ganz neue Bedeutung. Ich hatte ziemlich Schiss vor dem Ziehen, aber die Sache war innerhalb von 10 Minuten gegessen. Betäubung rein, Zähne raus. Ratzfatz. Blutzucker super stabil, auch im Nachhinein. Ein paar Tage später beim Fädenziehen wurde allerdings eine Füllung erneuert. Da ging dann die Post hab. Die Betäubung hat total scheiße gewirkt, und noch Stunden später meinte der Blutzucker immer noch beleidigt zu sein. Warum ich diesmal so mit dem Blutzucker zu kämpfen hatte, kann ich mir nur durch die unterschiedlich verwendeten Betäubungs-Präparate erklären.  Wie auch immer, jetzt heißt es erstmal abwarten, und dann darf ich mit freudebringenden Aktionen wie Knochenaufbau widmen, bevor die Schrauben für die Implantate in den Kiefer geschreddert werden, Ich freu mich. Nicht.

Getroffen: es war mal wieder Zeit für den monatlichen Hamburger Typ1 Stammtisch. Viele neue Gesichter. Ich freue mich jeden Monat auf die süße Runde. Online Austausch ist eine Sache, sich aber offline zu treffen, noch einmal eine ganz andere. Also Hamburger da draußen. Jeden letzten Donnerstag im Monat. Save the date!

Getrunken: Der Herbst ist da. Zumindest von den Temperaturen her. Herbst heißt für mich Tee, Suppe und heiße Schokolade. Rezept für meine mächtig aussehende Low Carb Hot Chocolate:

♥ 300 ml Soja Milch (2g Kohlenhydrate pro 100ml)
♥ nen Schlag Soja Sahne mit Zimt und etwas Xucker (so gut wie nix)
♥ Bitter Schoki Drops zum Schmelzem für knapp 1,5 BE (je nach Hersteller)
♥ Topping nach Vorliebe (fürs Auge)

Wieviel Schwein muss man (Diabetiker) haben?

Mehr als man denkt. Zumindest damals. Aber mal von vorn…
Es geht ums Insulin! Ja genau, der Saft den wir uns jeden Tag in den Körper jagen. Wenn man mal genau drüber nachdenkt, dann ist es eigentlich noch gar nicht so lang her, seit es für uns Diabetiker den heiß begehrten und lebensnotwendigen Stoff gibt. Noch keine 100 Jahre sind vergangen, dass Banting  und Best das gute Zeug entdeckt und unser aller Leben damit gerettet haben. Aber was sind schon 100 Jahre?
Zur Behandlung von Diabetes wurde Insulin übrigens als erstes offiziell in Deutschland eingeführt.
Heute wird unser Insulin fast ausschließlich synthetisch hergestellt. Seit Anfang der 80er Jahre wird Insulin – als erstes Medikament überhaupt – mithilfe gentechnisch veränderter Bakterien hergestellt.
Und davor? Da war das Insulin tierischer Herkunft und wurden aus den Bauchspeicheldrüsen von Tieren gewonnen. Das Wirkprofil des des tierischen Insulins ist dem von Humaninsulin sehr ähnlich. Die Umstellung auf synthetische Hersttellung hatte hauptsächlich ethische und finanzielle Gründe.

Rohstoff Schwein

Durchschnittlich ein Schwein hatte damals ein insulinpflichtiger Diabetiker pro Woche auf “dem Gewissen”. Ich geben zu, in meinem Kopf finden gerade ein paar Überschlagsrechnungen statt. Wie viele insulinpflichtige Diabetiker gibt es doch gleich auf der Welt? Und wieviele Schweine? Tote Schweine?

„Fast 300 Millionen insulinpflichtige Diabetiker gibt es inzwischen weltweit. Würden alle noch Insulin vom Schwein erhalten, benötigte man für die Produktion die Bauchspeicheldrüsen von rund 1,5 Milliarden Schweinen pro Jahr. Statistiken zufolge gibt es eine knappe Milliarde Schweine weltweit.“

(Stand 2010)

Panky-Pü

In Frankfurt Main/Höchst wurden seinerzeit täglich 100.000 gefrorene Bauchspeicheldrüsen angekarrt. Die wurden dann püriert und dann wurde das Insulin extrahiert. Lecker. Panky-Pü! Ich mag gar nicht dran denken, wieviel kranke Tiere da unter Umständen zwischen waren. Stichwort Schweinepest.
Neben Schweinen wurden übrigens auch Rinder “verarbeitet”.
Heute wird tierisches Insulin in Deutschland nicht mehr produziert und auch nur noch recht selten verwendet. Hauptsächlich bei Leuten, die synthetisch hergestelltes Insulin nicht vertragen. Ich tue es glücklicherweise. Schwein gehabt!?

Quelle: http://www.pharmazeutische-zeitung.de/

Insulin

CGM – Endlich ein „Kontroll“-Organ mehr!

CGM ist mehr als nur ein nettes Gimmick. Und es lohnt sich zu kämpfen. So wie es Basti getan hat. 
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Tja, wie fange ich die Geschichte mal an? Vorweg geschickt: Ich trage seit dem 1. August 2014 mein eigenes CGM und das ganz entspannt mindestens für die nächsten zwei Jahre… Aber der Weg dahin war nicht leicht.

2012 hatte ich das erste Mal die Möglichkeit den Freestyle Navigator für ca. 2 Monate zu testen. Jeder, der so ein CGM mal länger getragen hat, weiß, dass man es nicht wieder hergeben will. Das ging mir damals natürlich auch schon so. Aber näher mit der Anschaffung eines solches Gerätes habe ich mich erst mal nicht weiter beschäftigt. Anfang 2013 hatte ich über die Firma Nintamed dann die Chance ein Dexcom G4 für 2 Wochen Probe zu tragen. Und nun war es klar: Ich wollte nicht mehr ohne sein!

CGM - mitten drin

Mit meinem Diabetologen sprach ich über die Beantragung des Dexcom bei der Krankenkrasse. Der nahm mir allerdings gleich den Wind aus den Segeln. Ein CGM gehört (derzeit) nicht zur Regelversorgung und daher standen die Chancen eher schlecht, zumal mein HbA1c um zufriedenstellende 6,5 lag. Außerdem war ich kein Kandidat für schwere Hypos. Trotzdem ging der Antrag auf das Gerät + Sensorenversorgung für zwei Jahre samt Kostenvoranschlag, Rezept, Attest und persönlicher Begründung Anfang April 2013 an die Krankenkasse raus. Darauf folgten über viele scheinbar endlose Monate Ablehnung, Widerspruch, Ablehnung, Anwaltsschreiben, Ablehnung und so weiter und sofort. Kurzum: Das Ganze war zum Scheitern verurteilt und ich entschied mich letztendlich gegen eine Klage vorm Sozialgericht. Verbittert ließ ich das Thema erst mal ruhen.

Alle guten Dinge sind drei: Im Mai 2014 war ich einer der 20 Läufer mit Typ-1-Diabetes beim „Lauf zwischen den Meeren“. Die Firma Nintamed stellte den Läufern als Hauptsponsor unserer Teams einige CGMs für den Lauf zur Verfügung. Schweren Herzens gab ich das Leihgerät danach wieder ab. Und nun war endgültig klar: Ich gebe noch nicht auf. Irgendeinen Weg zum CGM muss es doch geben. Es gibt nichts Wertvolleres als Gewissheit für einen Typ-1-Diabeteker. Also ging ich das Thema noch mal an.

CGM im Einsatz

Ich habe einen sehr verantwortungsvollen und körperlich fordernden Job. Muss oft unter hohem Zeitdruck wichtige und unbedingt richtige Entscheidungen treffen, bei denen Hypos ein absolutes NoGo sind. Daher sprach ich über das Thema CGM mal mit meinem Chef, der das zwar sofort befürwortete, aber die Finanzierung nicht realisieren konnte. Zum Glück ist meine Firma so groß, dass sie einen Schwerbehindertenbeauftragten beschäftigt. Auch mit ihm sprach ich über das Thema ausführlich. Er gab mir den entscheidenden Tipp, mal mit dem Integrationsamt Kontakt aufzunehmen. Bis dato hatte ich davon noch nie gehört. Nach Rücksprache mit denen, stellte ich Anfang Juli erneut einen Antrag auf Kostenübernahme des CGMs samt Sensoren. Das Amt prüfte ausführlich inwiefern ein CGM zur Verbesserung meiner Arbeitsbedingungen beitragen könnte und entschied sich für eine Bewilligung meines Antrags. Am 27. Juli öffnete ich nichts ahnend den Briefkasten und las Folgendes:

„Das Integrationsamt bewilligt Ihnen nach §102 Abs. 3 Nr. 1A Sozialgesetzbuch – Neuntes Buch – (SGB IX) Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen in Verbindung mit § 19 Schwerbehinderten-Ausgleichsabgabeverordnung (SchwbAV) einen Zuschuss von 80 Prozent der Gesamtkosten.“

Mein Glück war kaum zu fassen. Ich habe mich wie ein Kleinkind gefreut und bin durch Haus gehüpft.
Direkt am nächsten Tag bestelle ich das Dexcom und einige Sensoren. Seit Anfang August klebt mein neuer Dauerbegleiter nun an meinem rechten Oberarm und hat sich im letzten Schicht-Turn bereits bewährt.

Fazit: Fight For Your Rights – denn die Mühe kann sich lohnen…

Dexcom G4 - unboxing

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