Unter vielen Diabetikern ist das “Dawn Phänomen” ein fast schon verhasster Begriff, weil es zu den Dingen im Rahmen einer Diabetestherapie gehört, die oft nur sehr schwer in den Griff zu bekommen sind. Pumpenträger haben es da etwas einfacher, aber darauf komme ich später noch zu sprechen.
Als Dawn Phänomen (engl. dawn = Morgendämmerung) bezeichnet man den Blutzuckeranstieg in den frühen Morgenstunden. Der Blutzuckeranstieg findet dabei zwischen 3Uhr und 6Uhr satt. Die Ursache dafür ist unter anderem die verstärkte Ausschüttung von Wachstumshormonen (daher tritt das Dawn Phänomen bei Kindern und Jugendlichen verstärkt auf), Adrenalin, Glukagon und Kortisol. Diese Gegenspieler des Insulins führen zu einem relativen Insulinmangel. Durch die verstärkte Ausschüttung dieser Hormone wird sowohl die Zuckerfreisetzung aus der Leber erhöht als auch die Empfindlichkeit des Körpers gegenüber Insulin herabgesetzt.. Die Folge ist ein Blutzuckeranstieg. Wenn Zuckerspeicher dann auch noch randvoll sind, z.B. durch viele Kohlenhydrate am Vortag, kann der BZ-Anstieg am Morgen sehr extrem ausfallen.
© Foto Ilka G./mein-diabetes-blog.com
Diese Reaktion des Körpers tritt auch bei gesunden Menschen auf, allerdings unterschiedlich stark und wird durch die körpereigene Insulinproduktion reguliert. Beim Diabetiker allerdings führt die Hormonausschüttung zu erhöhten Blutzuckerwerten am Morgen (wobei hohe Nüchternwerte auch durchaus noch andere Ursachen haben können).
Das Dawn Phänomen kann unterschiedlich behandelt werden und hängt dabei von seinem Ausmaß ab. Mögliche Therapiemöglichkeiten sind:
- Erhöhung der abendlichen Insulindosis
- möglichst späte Verabreichung des Abendinsulins
- frühes Aufstehen und somit Vorziehen der morgendlichen Injektion
Viele Diabetiker stellen sich auch zwischen 3Uhr und 4Uhr den Wecker um durch einen kleinen Bolus den Anstieg des Blutzuckers zu verhindern, was aber einen beträchtlichen Einfluss auf Schlafverhalten und Lebensqualität haben kann. Auch eine körperliche Betätigung am späten Abend mit blutzuckersenkender Wirkung ist eher unpraktikabel.
Bei einem ausgeprägtem Dawn Phänomen ist die Therapie mit einer Insulinpumpe zu empfehlen. Die Basalrate kann so in den betreffenden Stunden gezielt auf eine höhere Dosis programmiert werden um einen Blutzuckeranstieg zu verhindern. Zur Ermittlung der genauen Basalrate ist das Tragen eines CGM Systems von Vorteil, da dadurch der Verlauf des Blutzuckers lückenlos dokumentiert und das Verhalten analysiert werden kann.
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Wenigstens eins der Dinge, durch die ich (noch) verschont geblieben bin. Aber das ist echt unglaublich, mich würde interessieren, wieso der Körper die hormone ausschüttet (also gerade bei Erwachsenen)
hi iris!
na da hast du glück gehabt, dass das böse phänomen dich bisher verschont hat. oder vielleicht hast du es ja, aber dein basal ist so perfekt eingestellt dass du es gar nicht merkst
also das mit den hormonen hat soweit ich weiß den grund, dass sie auch zur zellerneuerung dienen….und muskelaufbau, fettabbau und so.
So schön und toll hatte das mit bisher noch keiner erklärt.
Aber dank dem Dawn-Phanomen habe ich meine Pumpe. Und die würde ich gar nicht abgeben wollen. =)
oh, schön dass dir die erklärung gefällt. wenn ich ehrlich bin wußte ich früher auch nicht viel mehr, als dass der bz irgendwann nachst einfach ansteigt. dann hatte ich meine pumpe bekommen und mich nicht weiter drum gekümmert. erst als ich weihnachten ohne basalrate da stand und nachts öfters gemessen hatte in den ersten tagen nach der “selbsthilfe” habe ich gemerkt, dass ich quasi die uhr nach stellen kann. punkt drei gehts bei mir nach oben. naja, jetzt paßt gott sein dank wieder alles.